Berlin: Immer mehr Kommunen tendieren zu Open-Source-Software

*Berlin: Immer mehr Kommunen tendieren zu Open-Source-Software*

<http://www.uni-potsdam.de/db/elogo/html/modules.php?name=News&new_topic=72&gt;Nach
München stellt nun auch Berlin die Weichen in Richtung Linux. Als erster
von zwölf Bezirken erwägt Tempelhof-Schöneberg den Wechsel vom
Betriebssystem Windows NT auf die Open-Source-Software. Macht das
Beispiel Schule könnten auch die anderen elf Bezirksverwaltungen mit
insgesamt 25.000 PCs mittelfristig auf Linux umsteigen. Dies berichtet
die IT- Wochenzeitung 'Computerwoche' (morgige Ausgabe).

Der Grund für die Migrationspläne der Hauptstädter ist, dass die
Arbeitsplatzrechner der Berliner Bezirksverwaltungen ähnlich wie in
München, fast ausschließlich unter Windows NT 4.0 arbeiten - das
allerdings von Microsoft nicht mehr weitergepflegt wird.

"Wir sind zum Umstieg verdammt", meint Manfred Piechowski, IT-Manager
von Tempelhof- Schöneberg. Ein weiteres Argument ist auch die größere
Plattformunabhängigkeit der eingesetzten Software, erklärt er. Darüber
hinaus sprechen für eine Umstellung auf Linux im Vergleich zu einer
Aufrüstung auf Windows XP auch Kostengründe. Denn 90 Prozent der im
Bezirk installierten PCs könnten unter Linux weiter genutzt werden.
Windows XP sei aufgrund des dann notwendigen Hardware-Austauschs "keine
realistische Alternative", erklärt IT- Bezirks-Manager Piechowski.

Ob sich Tempelhof-Schöneberg tatsächlich zum Pilotanwender für Linux in
Berlin entwickelt, wird im Herbst entschieden. So einfach wie in München
wird die Beschlussfassung jedoch nicht. Denn in der bayerischen
Hauptstadt genügte für die Migrationsentscheidung ein einziger
Stadtratsbeschluss, während in Berlin jeder Bezirk eigenständig über
seine IT-Strategie entscheidet. Zu bedenken ist dabei auch, dass die
Berliner Bezirksverwaltungen mit unterschiedlichen softwaregestützten
Fachverfahren arbeiten. Diese sind zum überwiegenden Teil noch nicht
unter Linux verfügbar. Der IT- Verantwortliche Piechowski erklärt
deshalb gegenüber dem Magazin, dass in Berlin wohl auf absehbare Zeit
ein "Miteinander von Microsoft- und Open-Source-Software existieren" werde.

Die IT-Strategie der Berliner Landesregierung, die bislang als eher
Microsoft-orientiert galt, ist noch offen. Nach Informationen der
IT-Wochenzeitschrift soll sich aber ein Senatsvertreter während der
IT-Leiter-Konferenz Ende August positiv zu den Linux-Plänen geäußert haben.

Autor: (as)

Quelle: de.internet.com <http://de.internet.com/index.php?id=2030655&gt;,
02.09.2004

Siehe auch: http://www.ifg.cc/