Linux und zurück

Hi,
hier ein Artikel von einem home-user der von Windows nach Linux und zurück gewechselt ist:

http://members.optusnet.com.au/~knigits/articles/switched_back.html

das meiste davon kann ich unterschreiben...

und ein anderer Artikel der Nachteile von Linux auflistet:

http://people.trustcommerce.com/~adam/top10/wrong.html

nur mal so zum überdenken...

by

sepp

Hallo,

und ein anderer Artikel der Nachteile von Linux auflistet:

http://people.trustcommerce.com/~adam/top10/wrong.html

nur mal so zum überdenken...

leider hat der IMHO nicht ganz unrecht...

Aber über 10 Jahre Enwicklung der GUI holt man nicht so schnell
auf....

Wolfgang

-- Wolfgang Riedmann
-- Individuelle EDV-Lösungen - Soluzioni informatiche personalizzate
-- I-39012 Meran, V. Laurin-Str. 2d

Josef Astner wrote:

...
und ein anderer Artikel der Nachteile von Linux auflistet:

http://people.trustcommerce.com/~adam/top10/wrong.html

nur mal so zum überdenken.

...

generell sind einige punkte in diesem artikel von manchen distros schon
überholt ...

ganz kurz etwas zu punkt 4:

"ELX is the one distro I have seen that tries something like this, but
it suffers from the same problem as the KDE & GNOME menus: it gives you
a list of programs you can run, instead of tasks that you can do. People
use computers to do things, not to run programs."

das mit dem "tun" stimmt schon, aber mich stört es auch, wenn ich etwas
anklicke und nicht einmal weiß, welches programm da jetzt gestartet wird
oder was da jetzt passiert. ok, gewöhliches büro-personal (mit fragen
wie "warum kann ich das nicht da her ziehen?" oder "warum druckt der
drucker nicht?", wenn der falsche drucker ausgewählt ist ...) werden
solche dinge nicht interessieren, aber ich (und ich bin bei weitem kein
linux-guru) finde z.b. assistenten nicht gut, die zwar in 5 schritten
etwas einrichten, wo ich aber nachher keine ahnung habe, was jetzt auf
meinem pc läuft und was nicht bzw. was verändert worden ist (wie z.b.
die server-wizards in mandrake 8.2).
meine idealvorstellung von programmen wäre à la "phpMyAdmin": dort kann
ich das meiste mit mouseklick erledigen und gleichzeitig wird mir bei
jedem schirtt erklärt, was passiert, welcher SQL-befehl ausgeführt wird
bzw. worden ist. ich finde, das wäre auch eine ausgezeichnete methode,
um schnell und einfach dazuzulernen - und niemand kommt dabei zu kurz:
der eine hat sein klickibunti und der wissbegierigere lernt dabei auch
noch etwas dazu.
lg, andreas

dazu eine (meine) Anmerkung:
Ich glaube der PC ist nicht dazu konzipiert Probleme zu lösen, sondern hat die Entwicklung in eine Richtung getrieben, welche eigentlich mehr Probleme schafft.
Ich vergleiche (zugegeben Vergleiche hinken IMMER) den PC mal mit dem Fernseher (nur weil er ihm im Aussehen ähnelt):
Kein Fernsehzuschauer würde sich einen Bootvorgang wie bei einem PC von seinem Fernsehgerät bieten lassen...
Wenn ich auf einen anderen Fernsehkanal wechsle, will ich NICHT damit konfrontiert werden, den etwa erst in einer /etc/fstab (oder über NFS) mounten zu müssen...
Wenn ich auf Teletext umschalte gehe ich davon aus, daß das Fernsehgerät die Schriftzeichen richtig darstellen kann, ohne daß ich mich etwa mit Fontservern, TrueType und dergleichen herumschlagen muß...
.... diese Vergleiche könnte man auch anhand des Lieblingsspielzeugs des Menschen, das Automobil, anstellen.

Ich glaube daß der heutige PC vor allem von Entwicklern (Ingenieuren etc.) für Entwickler geschaffen wurde und nicht für den DAU (so wie mich).

Daher sage ich: als Spielzeug und Hobby ist das Ding super, weil ich viel probieren und spielen kann.
Als Arbeitsgerät untauglich, weil immer iregendetwas NICHT funktioniert.

by

sepp

Hallo,

Als Arbeitsgerät untauglich, weil immer iregendetwas NICHT funktioniert.

wenn mans ganz radikal sieht: ein DOS-Rechner ist schon DAU-sicher -
diverse Bankomaten, viele POS-Geräte usw. laufen damit. Ich denke,
ein Linux im Text-Modus kommt dem am ehesten nahe.

Wolfgang

-- Wolfgang Riedmann
-- Individuelle EDV-Lösungen - Soluzioni informatiche personalizzate
-- I-39012 Meran, V. Laurin-Str. 2d

Ja das meinte ich, wie ein POS oder ähnliche spezialisierte Geräte auf einen oder möglichst wenige Anwendungsbereiche zugeschnitten und nicht die eierlegenden Wollmilchsäue von PC's die wir überall verwenden.
DOS oder Linux im Textmodus ist mir dann als DAU so ziemlich wurscht, Hauptsache das Ding tut zuverlässig das was ich will. Zum Beispiel hätte ich gerne einen Schalter wo ich das Gerät einfach ausschalten kann (wie einen Fernseher).
Ich glaube durch die enorme Nachfrage an PC's hat es sich die Industrie ziemlich leicht gemacht: Sie hat uns ein Gerät und eine Software verkauft und uns dann im Regen stehen lassen. Aber die Probleme der Anwender verlangen wieder nach Lösungen, und das schafft Arbeit(splätze) usw. usw.....

sepp

Hallo Sepp,

Ja das meinte ich, wie ein POS oder ähnliche spezialisierte Geräte

in Deutschland gibt es eine starke Tendenz, POS-Geräte (=intelligente
Kassen-Systeme), die bislang unter DOS liefen, unter Linux zu
betreiben. MS wollte die Hersteller zwar nach Windows bringen, aber
scheint da kläglich gescheitert zu sein. Es gab da sogar mal ein ganz
detailliertes Dokument von denen, warum ein Hersteller von POS-
Systemen auf keinen Fall nach Linux, sondern nach Windows migrieren
sollte...

Wolfgang

-- Wolfgang Riedmann
-- Individuelle EDV-Lösungen - Soluzioni informatiche personalizzate
-- I-39012 Meran, V. Laurin-Str. 2d

Auch einen DOS-Rechner muss man erst mal installieren und so herrichten,
dass die benötigten Funktionen zugänglich bzw. brauchbar sind.

Die POS-Geräte sind ein gutes Beispiel, ich glaube nicht, dass
Standard-Installations-Sets für diese im Handel erhältlich sind. Und so
ein System mit GNU/Linux aufzubauen wäre sicher kein großes Problem.

Das größte Problem bei GNU/Linux sind die oft schlechten
Standardkonfigurationen der Distros. Aber das hat sich in den letzten
Versionen jeder (mir bekannter) Distro wesentlich verbessert.

Zweites Problem die Packetverwaltungssysteme haben noch viele Schwächen.
Dies wurde aber von den Distributionsherstellern erkannt und es wird
daran gearbeitet. Dass es funktionieren könnte, beweist uns Red-Carpet
von der XIMIAN, das ist ein super Tool, auch für Dummy-Users. Nur
schade, dass die Zusammenarbeit zwischen XIMIAN-Packagers und
Distributions-Packagers nicht so funktionieren will. Also werden wir auf
ein besseres RPM und gutem Front-End warten müssen. Es könnte auch ein
dpkg mit den apt Tools werden. YAST scheitert, da es erstens nur für
SuSE geeignet ist und zweitens nicht freie Software ist. Nur freie
Software kann langfristig zur Standardlösung werden.

An Funktionalität selbst fehlts jeute sicher nicht mehr. Spiele
ausgenommen, aber die kommen dann auch noch, spätestens wenn GNU/Linux
wirklich Mainstream wird.

Die Vergleiche zu Fernseher oder Auto sind sehr unfair, da solche Geräte
eine viel eingeschränkterere Funktionalität bieten. Ich warte noch auf
brauchbare Set-Top-Boxen aber scheinbar ist das Surfen schon zu komplex.

Meiner Meinung nach muss man zwischen 3 Anwendertypen unterscheiden:
1. Admins
2. Bürohucker
3. Homeplayer

Bei Typ 1 haben wir nicht all zu große Probleme, der geht sich auch ein
How-To lesen und wenn nicht, ist er den Titel nicht wert :slight_smile:

Typ 2 macht nichts selbst, dem wird eine Arbeitsstation von einem Admin
(kann auch einfach der Verkäufer sein) vorgesetzt. Wenn dies nicht
akzeptiert wird, muss er Admin werden. Wenn ich meinen Fernseher
umrüsten will, muss ich auch einige Elektrotechnikbücher lesen und auch
dann werde ich noch wenig Erfolge erzielen.

Typ 3 soll sich eine geeignete Lösung aussuchen. Er kann eine Distro
fürn Homebereich Mandrake (eigentlich auch RedHat) oder eine stabile
Debian installieren. Sobald ihm das nicht gut geht, muss er
Dokumentation lesen und er kann je nach Skill-Grad selbst Hand anlegen.
Dass dann manchmal was in die Hose geht ist klar, aber das wird auf
keinen anderen OS anders sein. Es ist eine proportionale Gleichung,
Möglichkeiten der Erweiterung zu Möglichkleiten der Zerstörung. Wobei
natürlich ein im OS evtl. eingebautes Sicherheitssystem diese
Möglichkeiten auf den jeweiligen Kompetenzen verteilen/beschränken kann.
Wenn nun dem Benutzer dies zu viel ist, weil er eine Playstation will,
dann muss er sie sich kaufen.

Sepp scheint mir Typ 3 sein zu wollen, er sieht die Playstation als
Lösung aller Probleme, aber soviel ich ihn kenne, getraue ich mich zu
behaupten, er würde nach kurzer Zeit einen PC kaufen und ein Dutzend
Bücher noch dazu. Sodass er all seinen Wünschen eine Lösung basteln kann.

Die kritischte Kategorie ist Typ 2, da heute der Markt keine Lösungen
sondern reine PCs mit Software verkauft und zusätzlich dem Käufer jede
Eingriffsmöglichkeit gibt. Die Stabilität und Benutzerfreundlichkeit der
dedizierten Geräte ist nur gegeben, da sie wenig können und dieses
Verhalten nicht verändert werden kann. Vielleicht werden in Zukunft
andere Geschäftsmodelle Fuß fassen, wie z.B. Rentware, da könnten all
diese Vorteile für Typ 2 zur Verfügung gestellt werden. Typ 3 wird sich
da aber nicht zufriedenstellen lassen und Typ 1 wird sie alle nur auslachen.

Die Thematik ist sehr groß und komplex. Das Kritisieren und passive
Warten auf besseres wird uns da nicht weiterhelfen. Und vor allem wird
der enorme Einsatz aller aktiven Mitglieder der Community als
selbstverständlich und immer noch zu wenig abgetan.

Ich kann heute auf einen GNU/Linux Rechner excellent arbeiten und
brauche wirklich kein Windows mehr zu starten. Ich gebe zu, ich war mit
dem System "out of the box" nicht zufrieden, aber ist das jemand mit
einem anderen OS mal gewesen? Ok, das soll keine Entschuldigung sein,
aber man soll auch wissen, dass daran gearbeitet wird, auf der ganzen
Welt auch jetzt in diesem Augenblick!

mfg.
Patrick

Hallo Patrick,

Meiner Meinung nach muss man zwischen 3 Anwendertypen unterscheiden:

agreed

1. Admins
2. Bürohucker
3. Homeplayer

dazu möchte ich noch was aus meiner Erfahrung beisteuern: ein Admin
(sei er es jetzt als Beruf oder Fähigkeit) ist sehr oft kein
Entscheider.
Beim Bürohucker muß man auf jeden Fall nach der Größe der Firma
entscheiden. Je größer die Firma, umso größer die Chance auf Linux,
vor allem weil in größeren Firmen sehr oft schon Unix-Erfahrung da
ist, und die sich auch ein paar MS-Terminal-Server leisten können, um
den Usern vor ihren Linux-Kisten original MS Office vorzusetzen.
Bei kleinen Firmen, die ohne eigene EDV-Abteilung auskommen (müssen),
sind es im Endeffekt die Homeplayer, die den Laden schmeißen, und
zwar sehr oft mit den Kenntnissen von zu Hause.
Auch ich bin froh, wenn bei meinen Kunden ein fortgeschrittener
Homeplayer sitzt, dem man am Telefon (step by step) auch schon mal
einen Linux-Befehl ansagen kann...
Womit auch die überragende Bedeutung der Gruppe 3 beschrieben werden,
denn oft sind die Entscheider selbst Homeplayer, und auf keinen Fall
der Gruppe Admin zuzuordnen.

Ich denke, amn kann eigentlich zwei Gruppen von Benutzern
unterscheiden: "kontrollierte" Umgebung, wo der Benutzer keinen
Zugriff aufs System hat (z.B. NT-Umgebungen, wo dem Benutzer sogar
das StartMenü entzogen werden kann), und "freie" Umgebung, wo der
Benutzer teilweise Admin-Rechte aufs System hat, und auch haben muß.
Gilt bei HomePlayern und in "kleinen" Firmen ohne EDV-Abteilung

Wolfgang
-- Wolfgang Riedmann
-- Individuelle EDV-Lösungen - Soluzioni informatiche personalizzate
-- I-39012 Meran, V. Laurin-Str. 2d

....

Bei kleinen Firmen, die ohne eigene EDV-Abteilung auskommen (müssen),
sind es im Endeffekt die Homeplayer, die den Laden schmeißen, und
zwar sehr oft mit den Kenntnissen von zu Hause.

...

Seht, ihr das genau ist es, was ich mit den Vergleichen des PC mit andernen Industrieprodukten (Fernseher, Automobil, ecc.) meinte:
Wolfgang sagt (siehe oben): "... bei kleinen Firmen, die ohne eigene EDV-Abteilung auskommen (müssen)...", genau das trifft des Pudels Kern, nämlich:
Der PC so wie er heute den Firmen vorgesetzt wird (inklusive Software), ist so anfällig, daß schon kleine Firmen eine eigene EDV-Abteilung bräuchten (oder viel Geld für externen Support zahlen müssen).
Würde man den heutigen Stand der Technik beim PC auf andere Industrieprodukte des Massenmarktes (Fernseher, Waschmaschine, Kühlschrank, Automobil, Stereoanlage, ecc.) übertragen, würden sämtliche dieser Produkte an die Hersteller zurückgegeben.
Wieso passiert das beim PC nicht?
Na, weil es bis jetzt halt noch nichts Besseres gibt. Ich meine aber trotzdem: mein Vergkeich ist NICHT unfair, denn weniger ist oft mehr.

sepp