Umstieg von GNU/Linux auf Windows

Hallo liste,
folgenden text habe ich auf http://www.twebs-home.de gefunden:

Umstieg auf Windows, oder: Fragen über Fragen...

Von Jascha Berberich

[Disclaimer: Den unten stehenden Text habe ich am 5.11.02 an
service(a)support.microsoft.de geschickt. Bisher habe ich keine Antwort
auf meine (durchaus ernstgemeinten :wink: Fragen erhalten.]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde gerne von GNU/Linux auf Windows umsteigen. Als
Informatik-Student bin ich in meiner Ausbildung von einem
leistungsfähigen PC-System abhängig.

Deshalb habe ich noch einige Fragen, die vorab geklärt werden müssten,
bevor ich mich zu einem Umstieg entschließe. Es wäre vor allem wichtig,
dass ich in der Umstiegsphase weiterhin auf meine Linux-Ressourcen
zugreifen kann.

Von Vorteil wäre es weiterhin, wenn ich in der ersten Zeit bei evtl.
auftauchenden Problemen kostenlosen Installations-Support erhalten
könnte. Auch ausreichende Dokumentation ist mir unabdingbar, damit
Probleme auch selbstständig von mir behoben werden können.

Als Kandidat aus Ihrem grossen Angebot im Bereich Betriebssysteme habe
ich mir Windows XP Home Edition ausgesucht, da es wohl meinen
Bedürfnissen am besten entspricht.

Da ich auf Sicherheit und Anpassungsfähigkeit grossen Wert lege, würde
ich gern erfahren, ob Windows XP unter einer freien Lizenz wie etwa der
BSD-Licence oder der GNU General Public Licence steht, so dass ich in
der Lage bin, das System vollständig auf meine Bedürfnisse anzupassen.
Ausserdem würde ich gerne wissen, ob der Quellcode von XP mitgeliefert
oder im Internet zur Verfügung gestellt wird, damit ich mich von der
Qualität und der Sicherheit des Codes selbst überzeugen kann. Auch um
z.B. den Kernel neu übersetzen (Steigerung der Performance), wäre die
Verfügbarkeit des Quellcodes wichtig.

Ich würde auch meine Freunde und und Bekannte gerne das System nutzen
lassen. Ist es daher erlaubt, das Betriebssystem auf mehreren PCs zu
installieren und Kopien der System-CDs an Freunde weiterzugeben?

Bevor ich mich endgültig zum Kauf entschliesse, würde ich das System
gerne testen. Bietet Microsoft auf seinen Servern die Möglichkeit,
Windows XP als Iso-Datei herunterzuladen, evtl. auch in eingeschränktem
Funktionsumfang? Oder gibt es die Möglichkeit, das System übers Internet
zu installieren? Für eine Angabe entsprechender URLs wäre ich dankbar,
denn ich habe auch nach langem Suchen auf www.microsoft.de keine der
beiden Möglichkeiten finden können.

Auch die Software-Ausstattung ist selbstverständlich nicht zu
vernachlässigen. Bei meiner aktuellen Linux-Distribution (SuSE Linux 8.1
Professionell) werden z.B. sieben CDs und eine DVD mitgeliefert. Wie
viele CDs werden bei Windows XP Home mitgeliefert?

Um Betriebssysteme miteinander zu vergleichen, ist die Masse der
Software aber natürlich beileibe nicht das einzige Kriterium. Viel
wichtiger ist die Qualität der Software. Wird bei Windows XP z.B. ein
gut ausgestattetes Office-Paket, vergleichbar dem kostenlosen OpenOffice
mitgeliefert? Ich habe gehört, dass es unter Windows das sogenannte
"Microsoft Office" gibt. Wird dieses mitgeliefert und wenn ja, kann es
die Dateiformate der üblichen Linux-Office-Programme wie z.B.
OpenOffice, KOffice oder Abiword lesen?

Da ich unter Linux auch des öfteren Grafiken gestalte, bin ich auch an
einer leistungsfähigen Grafik-Software interessiert. Unter Linux gibt es
dafür GIMP. Gibt es ein ähnlich gutes Programm auch unter Windows und
liegt es der Packung bei?

In einer Zeit, in der die Gigabytes der Festplatten dahinschmelzen wie
Schnee unter der Sonne, ist wichtig, gute Brennsoftware zur Verfügung zu
haben. Unter GNU/Linux gibt es für diesen Zweck beispielsweise die
mitgelieferten Programme XCDRoast, Gnome-Toaster, KonCD, CD-Bake-Oven
oder cdrecord. Werden Programme ähnlicher Leistungsfähigkeit bei Windows
mitgeliefert?

Auch ein gutes Textsatzsystem ist unverzichtbar. Gibt es von Microsoft
ein Programm wie LaTeX, das professionellen Textsatz auch auf dem
heimischen PC ermöglicht?

In meiner Freizeit programmiere ich gerne (in Perl, aber auch in C, C++
und Java). Darum wäre ich daran interessiert, ein System zur Verfügung
zu haben, das die entsprechenden Werkzeuge gleich mitbringt.

Sind bei Windows XP die entsprechenden Tools (z.B. das Java Development
Kit der Firma SUN) bereits vorinstalliert? Wird etwa ein
leistungsfähiger Compiler, der sich vor dem GNU C Compiler gcc nicht zu
verstecken braucht, mitgeliefert?

Ein System ist nur dann wirklich leistungsfähig, wenn der Anwender nicht
auf eine GUI festgelegt ist, sondern sich sein Werkzeug nach Belieben
heraussuchen kann. Dazu ist eine moderne Benutzerschnittstelle wie eine
interaktive Kommandozeile, die idealerweise gleich eine Skriptsprache
mitbringt, unverzichtbar. Gibt es eine leistungsfähige Shell (wie etwa
die bash, die c-shell, die korn-shell oder die z-shell unter GNU/Linux)
auch unter Windows und liegt diese der Windows-Distribution bei?

Das Wichtigste an einem Betriebssystem ist Einfachheit, so dass ich mit
simplen Werkzeugen das System konfigurieren kann und nicht auf eine GUI
angewiesen bin. Deshalb: Ist es möglich, die wichtigsten
Konfigurationsdateien mit einem Texteditor zu editieren?
Unverzichtbar ist aber heute auch eine leistungsfähige grafische
Oberfläche. Gibt es unter Windows XP, ähnlich wie bei KDE oder Gnome
unter Linux, mehrere virtuelle Desktops, zwischen denen man hin- und
herschalten kann, um bei vielen geöffneten Programmen die Übersicht zu
behalten? Werden mehrere grafische Oberflächen mitgeliefert, wie unter
Linux z.B. KDE, Gnome, XFCE, blackbox, IceWM, Windowmaker,
Enlightenment, fvwm, fvwm2, twm, Sawfish oder Fluxbox (um nur die
gängigsten zu nennen)? Auch dies ist wichtig, damit jeder Nutzer sich
das für ihn Bequemste heraussuchen kann.

Da ich vorhabe, in nächster Zeit einen ausgedienten Pentium 60 zum Web-
und Mailserver zu machen, würde ich gerne erfahren, ob es von Microsoft
einen Webserver vergleichbar dem Apache und einen Mailserver ähnlich
Sendmail, Postfix, Qmail oder Exim gibt, und wenn ja, ob dieser Windows
XP beiliegt.

Entscheidend für mich ist es auch, jederzeit an meine Daten zu kommen,
egal welches Betriebssystem gerade gebootet ist. Kann ich von Windows
aus weiterhin auf meine Linux-Dateisysteme (reiserfs und ext2)
zugreifen? Apropos Dateisysteme. Bei Linux werden oft gleich mehrere mit
ausgeliefert, wie z.B. ext2, reiserfs, XFS, JFS oder ext3. Ist das bei
Microsoft ähnlich?

Da ich - wie schon erwähnt - Windows XP erst einmal gründlich testen
möchte, frage ich mich, ob ich Windows XP auch - so wie mein jetziges
Linux-System - auf einer freien logischen Partition auf der zweiten
Festplatte installieren kann?

Wie schon gesagt, ist es für mich wichtig, zumindest anfangs beide
Systeme parallel nutzen zu können. Ich habe gehört, dass Windows bei der
Installation oft Probleme hat, den bisherigen Bootmanager und seinen
Eintrag im Master Boot Record zu erkennen und ihn deshalb manchmal
überschreibt. Entspricht dieses Gerücht der Wahrheit? Falls dies wahr
sein sollte, würde ich gerne erfahren, wann Microsoft einen
entsprechenden Patch herausbringt, der diesen lästigen Bug beseitigt.

Wird ein Bootmanager mitgeliefert, damit ich Windows und Linux weiterhin
parallel nutzen kann?

Gerade heute ist selbstverständlich die Sicherheit des Betriebssystems
ein entscheidender Faktor, da durch Unsicherheiten und Lücken in der
System-Software schnell beträchtliche Schäden entstehen können.

Ist Windows XP daher resistent gegen Viren und Würmer, die sich unter
Linux in letzter Zeit zunehmend in besorgniserregender Weise verbreitet
haben?

Viren verbreiten sich hauptsächlich über E-Mails. Sind die
mitgelieferten Mailprogramme sicher gegen Viren, lässt sich das Anzeigen
von HTML-Mails unterbinden und lässt sich verhindern, dass User
angehängte Dateien ausführen?

Auf einer Ihrer Seiten fand ich zufällig einen Vergleich zwischen
Windows und Linux ("Linux im Handel & Hotel- und Gaststättengewerbe -
Was jeder Händler wissen sollte"). Dort steht unter anderem:

"Open Source" heißt, jeder Anwender erhält eine Kopie des Quellcodes.
Dabei stoßen Entwickler, die mit Linux arbeiten, häufig auf
Sicherheitslücken. Auf Microsoft Windows trifft dies nicht zu."

Es ist natürlich logisch, dass eine weltweit agierende Firma mit
hochqualifiziertem Personal bessere Softwarequalität zuwege bringt, als
ein Haufen zusammengewürfelter Freizeit-Programmierer. Aber eine Frage
stellt sich mir dennoch:

Darf ich daraus schliessen, dass der Quellcode von Microsoft Windows
fehlerfrei ist? Angenommen, der Windows-Quellcode sei 100%ig perfekt,
wie kann es dann sein, dass es in einem anderen Vergleich zwischen
Windows und Linux ("Windows 2000 - Abgrenzung gegen Linux") heisst:

"Als ein weiterer Beleg für die Unsicherheit von Windows wurden immer
wieder die zahlreichen Viren und erfolgreichen Angriffe auf
Windows-Server herangezogen."

Wie kann das sein, wenn der Quellcode von Windows doch offensichtlich
fehlerfrei ist?

Bei mir daheim habe ich ein kleines Netzwerk aufgebaut, das aus einem
Server und daran angeschlossenen Clients besteht. Deshalb ist mir
wichtig, dass ein mehrfacher Login auf dem Server möglich ist und
Anwendungen, die darauf gestartet werden, auf die Bildschirme der
Clients umgelenkt werden können. Leistet Windows XP Home dies?

Ist es möglich, Laufwerke zu mounten, um sie vor dem Herausnehmen zu
schützen, während noch darauf zugegriffen wird?

Der Server ist ein Pentium 350. Läuft Windows XP darauf in guter
Geschwindigkeit? Daneben besitze ich ein I-Book von Apple Macintosh.
Lässt sich Windows XP auch darauf installieren? Kann ich ohne weitere
Probleme Windows XP auch auf meinem Notebook installieren, oder bei
einem Systemwechsel auf einem anderen PC?

Unterstützt Windows XP das kommende Internetprotokoll IPv6?

Wichtig ist für mich auch langfristige Zukunftssicherheit. Ist
gesichert, dass Windows XP auch in 10 Jahren noch von Microsoft
unterstützt wird?

In dem schon weiter oben angesprochenen Vergleich zwischen Windows und
Linux heisst es unter anderem, dass Linuxdistributoren jede Garantie für
ihre Software ablehnen. Weiter heisst es in diesem sehr interessanten Text:

"Weder Support noch Wartung von Linux sind kostenfrei (...) und kann dem
Unternehmen recht teuer kommen, denn generell gilt, dass für Support
bezahlt werden muss."

Das ist ein Punkt, über den ich bisher noch gar nicht nachgedacht habe.
Microsoft hat natürlich recht, denn z.B. die Telefonsupport-Hotline bei
SuSE ist unglaublich teuer. Darf ich daraus dann im Umkehrschluss
schliessen, dass jeglicher Support für Microsoft Windows kostenlos ist?

Und wie sähe ein Garantiefall bei Microsoft aus, wenn beispielsweise
wegen einem Software-Fehler eine Neuinstallation notwendig ist? Erhalte
ich die mir dadurch entstandenen Kosten (Zeitaufwand und evtl. Verlust
wichtiger Daten) - gegen einen entsprechenden Nachweis natürlich - von
Microsoft erstattet?

Last but not least sind die Kosten ein nicht ganz unwichtiger Faktor.
SuSE Linux 8.1 Professional erhielt ich mit sieben CDs, einer DVD und
drei Handbüchern nebst 90 Tagen kostenlosem Installationssupport für
rund 80 Euro mit aller oben erwähnten Software. Wie hoch sind die Kosten
für ein entsprechend ausgestattetes Windows XP-System?

Ich bitte darum, dass Sie meine Fragen möglichst ausführlich beantworten
und bin überzeugt davon, dass mir ein weitaus besseres System bieten
können als Linux, das ja hauptsächlich das Werk von Hobby-Programmierern
ist und schon deshalb und natürlich weil der Quellcode offen verfügbar
ist, ein absolut unsicheres System ist, da schliesslich jeder im
Quellcode herumpfuschen und trojanische Pferde oder Schlimmeres einbauen
kann.

Ich bedanke mich schon jetzt für die Beantwortung meiner Fragen und
verbleibe

mit freundlichen Grüssen Ihr Jascha Berberich

Hallo LugBz,

frei nach dem Motto "Es gibt keine dummen Fragen"...

meistens ist bei gemischten Netzwerken oft von Win und Linux die Rede.
Wie sieht's denn mit AS400 aus?
Kann man da gleichzeitig Linux und Win Clients anschließen? Oder muß man
einen Samba dazwischenstecken?

Danke für jeden Tipp

Pasquale

Na auf die Antwort darf man ja gespannt sein :wink:

cu
Pasquale

Hi Michael,
du erwartest wohl nicht, dass dir irgendwer auf diese Mail antwortet,
Ich würde dir den Umstieg auf die neuen Lampenschirm I-Macs empfehlen,
die sind nicht nur besonders schön sondern mit Mac OS X auch
einigermaßen kompatibel zu GNU-Linux
:wink:
Martin
http://www.emsis.it/