Datenübertragung von einer alten Festplatte auf einer neuen - mit Hilfe eines Linux-NB

Hallo an alle,
mit Toni vereinbart, mache ich jetzt allen LUGBZ-Mitglieder mein Bedürnis kund:
Da ich an meinem Windows-NB meine große Festplatte (HD mit 4 TB Kapazität) nach einem tagelangen chkdsk-Kontrolle unterzogen habe, konnte ich beim erneuten Windowsstart die betreffende Festplatte nicht mehr ansteuern.
Mit Toni haben wir an 2 Linux-NB festgestellt, dass die Festplatte ohne weiteres lesbar ist.
Vorläufiger Lösungsweg: Den Inhalt der “alten” Festplatte auf einer neuen Festplatte kopieren, aber mit Hilfe eines Linux-NB.
Also meine konkrete Anfrage: Dürfte ich - als LUGBZ-Mitglied - einen Linux-NB (ausgeliehen?) vom Verein erhalten, um die Aufgbe zu lösen?
Danke im voraus
Hei

Hallo Hei,
deine Frage kann ich nur so beantworten: ich bin sicher, dass dir geholfen werden kann, denn verfügbare HW um Platten zu kopieren ist vorhanden. aber ich bin mir nicht sicher, ob dein konkreter Wunsch die richtige Lösung für dein Problem ist.

Meine Annahmen:

  1. unter NB, also Windows-NB oder Linux-NB meinst du ein Netbook oder ein Notebook. beides sind tragbare Geräte mit rel. wenigen usb-Schnittstellen
  2. bei der großen HD handelt sich um eine externe Festplatte, die über usb angeschlossen wird.

Meine Fragen:

  1. Ist der chkdsk-Lauf ohne Fehler zum Ende gekommen? Oder wurden Fehler gemeldet oder abgebrochen?
  2. Wurde am Linux-NB ein vergleichbarer Test durchgeführt oder nur kurz ein paar Ordner/Dateien aufgerufen? Wurde der Zustand der Platte mit den smartmontools abgerufen?
  3. Warum wurde entschieden, die alte Platte durch eine neue zu ersetzen?

Meine Überlegungen:

  1. Um 4TB HD zu kopieren ist ein Note- oder Netbook, das am wenigsten geeignete Gerät. HD sind bewegungsempfindlich und brauchen i.d.R meist mehr Strom als USB-Schnittstellen bieten. Die schnellste Übertragung gelingt, wenn die Platten über sata-Anschlüsse eines desktop-PCs angeschlossen werden.
  2. Ich würde zuerst klären ob am Windows-NB wirklich die Platte die Ursache ist und nicht die USB-Schnittstelle oder die Stromversorgung darüber. Einfach mit einem Linux Live Stick probieren.
  3. Wenn die HW am Windows-NB ok ist, kann man die Platte auch mit dem Linux-Stick kopieren, dauert halt.
  4. Solange nicht klar ist, ob die alte Platte vollständig lesbar ist, mit Programmen kopieren, welche mit Lesefehler umgehen können. Beispiel ddrescue.
  5. Es gibt auch einen Stick von ct, ein Notwindows, das ein Plattenkopierprogramm enthält, welches mit Lesefehler umgehen kann und auch angibt in welche Dateien betroffen sind.

Danke Franz,
für deine schnelle Antwort.
Ja, NB ist mein Notebook (ASUS , Vivobook Pro 16x Mod. N7600P), welcher einige USB-Schnittstellen hat: USB-A u. -C, aber keine SATA.
Die Festplatten-Überprüfung (in WIN 11) mit “chkdsk F: /f /r /x” hat tagelang gedauert…
Weil ich die USB-Unterbrechungs-Tab. in der Statusleiste nicht mehr gesehen habe, habe ich die Festplatte doch vom NB getrennt.
Am nächsten Tag, - beim Neustart des NB - hat “chkdsk” einfach weitergearbeitet, wobei nach der tagelangen Untersuchung eine lange Liste Folgendes ergeben hat:
Der Typ des Datensystem ist NTFS. Die Volumenbezeichnung lautet Elements.
Phase 1: Die Basisdatei-Systemstruktur wird untersucht…
Datenschutzsegment 7A0AC der Datei kann nicht gelesen werden.
Datenschutzsegment 7A0AD der Datei kann nicht gelesen werden.
Datenschutzsegment 7A0AE der Datei kann nicht gelesen werden.
… (usw. - eine ziemlich lange Liste ähnlichen Inhalts u. am Ende:) …
Status: 813010 von 820489 fertig, Phase 99% Insgesamt: 0% ETA: 999:00:00
Bei allen weiteren Neutart des NB ist eine andere SSD-Festplatte erkannt worden, die HD (4TB) leider nicht.
Toni hat mir gestern die 4TB-HD untersucht u. vorher hat er mir tel. mitgeteilt, dass er auf deine Antwort hier auch seinen Beitrag/Bericht geben wird.
Um dir weniger Umstände zu verursachen, könnten wir alles weitere auch tel. besprechen.

Danke im voraus
Hei (Heinrich)

Danke Franz !!
@Hei hat mich gerade angerufen und berichtet.
Gestern abend wurde es beim Linux-Schalter spaet. Wir sind erst nach 22 Uhr nachhausgegangen.
Ausgangspunkt war, dass der Asus-Windows-Laptop die externe Festplatte nicht mehr erkannte.

Zwei Linux-Laptops erkannten die Festplatte ohne jegliches Problem. Die 4 TB-Platte ist zu 80 Prozent belegt, wie gparted zeigte. Mit “mount /dev/sdb1 /mnt” wurden alle Daten angezeigt - ein paar Verzeichnisse geoeffnet … ohne Probleme.
An diesem Punkt war für mich das Problem Harddisk gelöst. Es blieb das Problem “entweder Microsoft-Debugging machen – oder von Microsoft auf Linux umsteigen… zur Sicherheit nach Erstellung einer Clonezilla-Image des Asus-Laptops.”
Dann gingen wir nach Hause.
Also:
Zu Punkt 1)
chkdsk im Windows-System hab ich nicht gemacht…
Zu Punkt 2)
smartmontools hab ich nicht abgerufen.

Super, Franz, dass du Hei hilfst !

toni

Ich habe inzwischen mit @Hei telefoniert und weiß inzwischen mehr. Allerdings passen nicht alle seine Beobachtungen sinnvoll zusammen.

Ich würde nicht wegen der Kopiererei auf Linux umsteigen, das kann er zu einem späteren Zeitpunkt gut vorbereitet tun.

Du kannst jedoch gleich aktiv werden und ihm einen fuss13-Stick geben bzw. einrichten.

Damit kann er die an seinem NB angeschlossene Platte untersuchen und ggf. auch kopieren und so nebenbei eine Linux-Umgebung und vor allem die Möglichkeiten mit dem Terminal kennen lernen. Mit F2 sollte er ins Bios kommen, dann den Stick im Live-Modus verwenden und nicht installieren.

Einverstanden, @Hei ?
Auf dein OK hin mach ich den Stick.

t.

Da faellt mir ein: di.day am sonntag 3. Mai im netzraum-engl via caproni 9 - 16 uhr :slight_smile:

Danke Toni, OK!
Erhalte ich den Fuss 13-Stick am So. 3.5.26 di.day im Netzraum?
Welche Programmpunkte (Tagesordnung) gibt es?
Nimmt jede*r was zum Essen/Trinken mit oder…?
”Frischen” Abend
Hei

Das ist die Fortsetzung von gestern.

Ich wiederhole was ich bisher vom Ablauf verstanden habe:

  • @Hei hat mit einem google-Tool mehrere GB Bilder von seinem google-Cloudspace auf die externe HD geladen.
  • Beim nächsten Start ging der chkdsk los, der Fehler meldete, lange lief und wohl nicht korrekt beendet wurde.
  • Ab da war die Platte nicht mehr im System sichtbar.

Neben dem zeitlichen Zusammenhang kann es einen ursächlichen geben, muss aber nicht

Wegen der Lesefehler ist es naheliegend, an eine neue Platte zu denken und die Daten von der alten auf die neue Platte zu kopieren. Bisheriger Hinderungsgrund: die alte wird unter Windows nicht erkannt, aber unter Linux schon. Deshalb die Idee die Daten unter linux zu kopieren.

Das kann funktionieren, es sprechen jedoch einige Gründe dagegen. Zuerst muss entschieden werden, ob man auf NT-Ebene Dateien und Verzeichnisse kopiert oder auf Geräteebene die Platte gesamt oder Partitionen kopiert, was im konkreten Fall fast dasselbe ist.

  • Wenn man unter Linux auf eine NTFS-Partition schreibt, dann ist sichergestellt, dass die Daten richtig kopiert werden. Allerdings schreibt ein Linux-Driver die Metadaten (user, berechtigungen, Zeitstempel, …) auf das Zielsystem, die dann anders aussehen können als wenn ein Windows die Daten kopiert. Ich versuche das zu vermeiden, wenn es geht.
  • Die paar Stichproben unter Linux sind nicht aussagefähig, um sicherzustellen, dass alle der NTFS-Verwaltungsbereiche und Inhaltsverzeichnissen frei von Lesefehlern ist. D.h. ein lang dauernder Kopiervorgang kann unterbrochen werden ohne Gewissheit wie viel der vorhandenen Daten kopiert wurde.
  • Kopiert man die Partition als Image, hat man nach endlicher Zeit die Gewissheit, wie viele und welche Blöcke nicht gelesen werden können, aber weiß nicht, wie wichtig die fehlenden Daten sind. Jetzt müssten Restaurierungsversuche stattfinden, die auch scheitern können. D.h. man braucht zunächst eine weiter Kopie der geretteten Daten, um ggf. neu aufsetzen zu können.

Muss alles nicht sein, kann auch gut gehen. Ich denke dabei an 4 TB mit einer 2,5 " HD, die selbst im guten Zustand im Schnitt keine 100MB/s schafft, also im Idealfall ca. 12 h braucht.

Im konkreten Fall schlage ich ausnahmsweise eine Lösung unter Windows vor, die auch scheitern kann, wenn das NTFS inkonsistent ist, aber mir dennoch die praktikabelste Lösung darstellt. Dazu wird eine SW benötigt, die als Testversion kostenlos ist, keine Installation benötigt und schon Jahrzehnte im Einsatz ist und aktualisiert wird.
Es ist eine Profi-SW, bei der man wissen muss, was man tut. Sie ist gut beschrieben und im konkreten Fall wird nur ein geringer Teil davon benötigt.

Vorteile:

  • es werden zwar Partitionen kopiert, aber dennoch die NTFS-Metadaten genutzt, um die belegten Bereiche zu erkennen, die kopiert werden.
  • Lesefehler werden erkannt, der Vorgang geht dennoch weiter. Es wird eine Datei mit den defekten Blöcken erstellt, daraus kann eine Liste der betroffenen Dateien generiert werden.
  • Vor dem Kopiervorgang wird ein Snapshot erstellt, damit Änderungen während des Kopierens nicht übernommen werden und so die Kopie dem Zustand zum Beginn der Sicherung entspricht. Ein Verifizierungslauf ist möglich und angebracht.
  • Die kopierten Daten können als virtuelle Platte dargestellt werden und daraus direkt einzelne Dateien kopiert werden.

Voraussetzung ist, dass die Platte von Windows erkannt wird. Ggf. unter linux ntfsfix aufrufen. Das kann einige Probleme lösen, löscht das Journal und sorgt dafür, dass beim nächsten Start unter Windows chkdsk aufgerufen wird.
Ideal wäre dann chkdsk nicht am NB, sondern auf einem anderen Windows-PC durchzuführen bevor mit dem Kopieren begonnen wird. Damit wird der NB nicht für viele Stunden blockiert oder die lang laufenden Prozesse chkdsk und snapshot durch eine unbedachte Aktion am NB gestört.