telegram war vor 10 Jahren eine feine Sache. Es reichte eine Handynummer zur Anmeldung, dann konnte man auf mehreren Systemen das Desktop-Programm von telegram nutzen. Es gab keinen Raub der Kontakte, weil keine vorhanden waren. Unter Linux, konnte man zusätzlich die Rechte des Programms einschränken oder es in einer sandbox-Umgebung laufen lassen.
Mit mindestens 5 Personen ohne Smartphone konnte ich so chatten bzw. sie zu bewegen in Gruppen mitzumachen.
Dann ging auf einmal die Anmeldung ohne Smartphone nicht mehr. telegram als Whatsapp-Ersatz zunehmend fragwürdiger, die Datensicherheit in Gruppen und/oder ohne Smartphone war nicht gegeben lies mich nach Alternativen suchen. Die gibt es mit und ohne Smartphone, leider waren die wenigsten meiner Kontakte, die nicht selbst auf signal umgestiegen sind, bereit auf alternative Chatprogramme umzusteigen.
Die innere Kündigung kam, als Pavel Durow einen Handel mit Elon Musk abgeschlossen hat: Daten für Musk und crok von xAI zunächst für die Telegram-Premium-User und ab letztes Jahr für alle.
Jetzt ist der Moment da, auszusteigen. Das macht man über die Website
Hinweis: man muss noch angemeldet sein, weil das Passwort zu löschen kommt nicht über sms sondern über telegram.
ich kopiere Pavel Durovs Nachricht vom 4.April in seiner telegram-gruppe und will sie nicht kommentieren.
Persoenlich Versuch ich derzeit in meinem Umkreis für Signal zu motivieren, solange mein Vertrauen in die Signal-Foundation anhält.
Jedenfalls geht die Welt wegen Elon Musk aus den Fugen ( nicht so sehr wegen reicher Freigeister ).
(Durov erinnert mich an Shuttleworth)
Toni
Pavel Durov schreibt (original english):
Telegram wurde in Russland verboten — dennoch nutzen 65 Millionen Russen es täglich über VPNs, und über 50 Millionen senden jeden Tag Nachrichten. Die Regierung hat jahrelang versucht, auch VPNs zu verbieten. Ihre Blockierungsversuche lösten nur einen massiven Bankenzusammenbruch aus — gestern wurde Bargeld kurzzeitig zur einzigen landesweiten Zahlungsmethode.
Der Iran hat Telegram vor Jahren verboten, mit einem ähnlichen Ergebnis wie in Russland. Die Regierung hoffte auf eine Massenadoption ihrer Überwachungs-Messaging-Apps, bekam aber stattdessen eine Massenadoption von VPNs. Jetzt schließen sich 50 Millionen Mitglieder des Digitalen Widerstands im Iran weiteren 50 Millionen in Russland an.
Willkommen zurück im Digitalen Widerstand, meine russischen Brüder und Schwestern. Die gesamte Nation ist jetzt mobilisiert, um diese absurden Beschränkungen zu umgehen. Tausende bauen VPNs und Proxies. Auf unserer Seite werden wir uns weiter anpassen — und es Telegram erschweren, unseren Datenverkehr zu erkennen und zu blockieren.
Ich habe passend zum Di.day auf einem weiteren Gerät den Signal Messenger installiert. Nicht viel, aber wenn man jeden Monat kleine Schritte macht, kommt man auch voran an sein Ziel. Etwas weniger abhängig von Big-Tech zu sein.
Im Original heißt es am Ende: Thousands are building VPNs and proxies. On our end, we’ll keep adapting — making Telegram’s traffic harder to detect and block.
Das find ich super, @andreas.christanell … ein Ansporn, den Di.day - Gedanken ernst zu nehmen.
Optimal waer halt gewesen, wenn’s im Vereinshaus mit der Dorf-Jugendgruppe am Sonntagnachmittag passiert waere