fuss13-Installation mit lvm - so funktioniert es

Ich beziehe mich auf auf das Installationsmedium von fuss in der Version 13.5.0.

Will man mit dem Installationsprogramm calamares LVM-Volumes anlegen, stürzt calamars ab. Bereitet man vorher eine Platte zur Installation durch ein anderes System vor, bricht die Installation mit einem rsync-Fehler ab.

Dieser Beitrag beschreibt, wie es dennoch funktioniert. Ich hoffe, dass der fehler in calamares dennoch behoben wird.

Warum eigentlich den Logical Volume Manager (LVM) einsetzen?

Das wäre ein eigenes Thema. Hier nur kurz LVM bringt Vorteile für:

  • wer konsistente Backups mit dem eigenen System erzeugen will;
  • wer seine Platte in Partitionen strukturieren will und auch mal die Größe ändern;
  • wer seine Platte oder Partitionen verschlüsseln will,
  • wer auf seinem System Server mit vielen Daten und Platten betreiben will.

Die Lösung ist einfach naheliegend. Wenn calamares beim Anlegen einer Volumegroup (VG) abstürzt, legt man die VG und deshalb auch das Physical Volume (PV) vorher an und lässt calamares die Logical Volumes (LV) anlegen.

Um festzustellen, ob das vielleicht nicht die lvm-Unterstützung auf dem Installationsmedium für den calamares-Absturz verantwortlich ist, habe ich die Platte mit der fuss13-iso vorbereitet. Das Löschen der vorhanden Partitionen fehlt:

root@fuss:/home/user# fdisk /dev/sdd

Willkommen bei fdisk (util-linux 2.41).
Änderungen werden vorerst nur im Speicher vorgenommen, bis Sie sich
entscheiden, sie zu schreiben.
Befehl (m für Hilfe): n
Partitionsnummer (1-128, Vorgabe 1):
Erster Sektor (2048-488397134, Vorgabe 2048):
Letzter Sektor, +/-Sektoren oder +/-Größe{K,M,G,T,P} (2048-488397134, Vorgabe 488396799): +300M

Eine neue Partition 1 des Typs »Linux filesystem« und der Größe 300 MiB wurde erstellt.
Partition #1 enthält eine LVM2_member-Signatur.

Wollen Sie die Signatur entfernen? [J]a/[N]ein: j

Die Signatur wird durch einen Schreibbefehl entfernt.

Befehl (m für Hilfe): n
Partitionsnummer (2-128, Vorgabe 2):
Erster Sektor (616448-488397134, Vorgabe 616448):
Letzter Sektor, +/-Sektoren oder +/-Größe{K,M,G,T,P} (616448-488397134, Vorgabe 488396799):

Eine neue Partition 2 des Typs »Linux filesystem« und der Größe 232,6 GiB wurde erstellt.

Befehl (m für Hilfe): t
Partitionsnummer (1,2, Vorgabe 2):
Partitionstyp oder Alias (geben Sie L ein, um alle Typen aufzulisten): lvm

Partitionstyp von »Linux filesystem« nach »Linux LVM« geändert.

Befehl (m für Hilfe): p
Festplatte /dev/sdd: 232,89 GiB, 250059350016 Bytes, 488397168 Sektoren
Festplattenmodell: CT250MX500SSD1
Einheiten: Sektoren von 1 * 512 = 512 Bytes
Sektorgröße (logisch/physikalisch): 512 Bytes / 4096 Bytes
E/A-Größe (minimal/optimal): 4096 Bytes / 4096 Bytes
Festplattenbezeichnungstyp: gpt
Festplattenbezeichner: 4B401C10-A3C1-0849-9150-B92FC2814A66

Gerät      Anfang      Ende  Sektoren  Größe Typ
/dev/sdd1    2048    616447    614400   300M Linux-Dateisystem
/dev/sdd2  616448 488396799 487780352 232,6G Linux LVM

Dateisystem/RAID-Signatur auf Partition 1 wird gelöscht.

Befehl (m für Hilfe): w
Die Partitionstabelle wurde verändert.
ioctl() wird aufgerufen, um die Partitionstabelle neu einzulesen.
Festplatten werden synchronisiert.Seien Sie vorsichtig, bevor Sie den Schreibbefehl anwenden.
root@fuss:/home/user# pvcreate /dev/sdd2
  Physical volume "/dev/sdd2" successfully created.
root@fuss:/home/user# vgcreate fuss13 /dev/sdd2
  Volume group "fuss13" successfully created
root@fuss:/home/user# vgscan -v
  Found volume group "fuss13" using metadata type lvm2
root@fuss:/home/user# pvscan -v
  PV /dev/sdd2        VG fuss13    lvm2 [<232,59 GiB / <232,59 GiB free]
root@fuss:/home/user# 

Dann die manuelle Partitionierung mit calamares. Auf der Platte /dev/sdd werden die vorher angelegten Partitionen angezeigt. Die EFI-Partition ist zu definieren:

Fat32 und Mountpoint /boot/efi mit der Markierung “bootfähig”

Anschließend ist in die VG fuss13 zu wechseln und die LV anzulegen, das ich hier nur für die home-Partition zeige:

Nach dem Anlegen der LV root, home und swap sieht es so aus:

Deutlich sichtbar ist der Fehler in der Anzeige des noch verfügbaren Platzes. Die Installation ist anschließend dennoch erfolgreich. Die Zusammenfassung zeigt nochmal die beiden Sichten auf die Platte.

  • /dev/sdd mit der EFI-Partition
  • der VG fuss13 mit den LV root, home und swap

Damit kann man auch in der fehlerhaften calamaris-Version 3.3.14 Logical Volumes anlegen.