How-to Lubuntu 26.04 @ Acer Switch SW3-013

Hier ist eine Anleitung zur Installation von Lubuntu auf dem Acer Aspire SW3-013, ein Intel Atom Bay Trail Tablet, mit 32 bit UEFI statt 64 bit UEFI, 2GB RAM, 32GB SDIO eMMC und SDIO RTL8723BS WiFi, ausgehend von einem laufenden Windows System.
Das UEFI-BIOS lässt nur einen bootbaren USB-Stick über den Micro-USB OTG Port am Bildschirm zu. Der USB-A Port an der Tastatur hängt bereits an einen USB-Hub. Somit ist ein direktes Booten von USB mit UEFI nicht ohne Adpater möglich. Daher die Alternative über Grub2Win mit dem Windows Bootloader.

1. Vorbereitung unter Windows

Lubuntu ISO und Werkzeuge herunterladen

  1. Lade das Lubuntu 64-Bit ISO herunter.
  2. Lade Grub2Win herunter und installiere es unter Windows.
  3. Kopiere die heruntergeladene Lubuntu .iso-Datei direkt auf ein USB Laufwerk (Ventoy USB-Stick am USB-A-Port der Tastatur).

ISO in Grub2Win einbinden

  1. Öffne Grub2Win als Administrator.
  2. Klicke auf Manage Boot Menu => ISO => Add A New Entry.
  3. Verweise auf den Pfad der heruntergeladenen .iso-Datei.
  4. Setze das neue Boot-Entry als Default und ignoriere die Meldung wegen dem zu alten UEFI.
  5. Speichere mit Apply und OK.

2. Booten & Lubuntu-Installation

  1. Starte den PC neu und es sollte Grub2Win direkt statt Windows starten. Bei mir ist hingegen direkt Ventoy gestartet.
  2. Sobald die ISO geladen ist, öffne vor dem Start des Installers ein Terminal, um den eMMC-Speicher sichtbar zu machen:
    sudo modprobe sdhci
    sudo modprobe sdhci-acpi
    sudo modprobe mmc_block
    
  3. Prüfe mit lsblk, ob die interne 32 GB eMMC (z. B. als /dev/mmcblk1 oder /dev/mmcblk2) erscheint.
  4. Starte das Programm Lubuntu installieren und wähle die eMMC als Installationsziel aus. Erstelle die Partitionen (EFI-Systempartition und Root-Partition ext4) und führe die Installation durch.

3. Post-Installation (im Chroot vor dem ersten Neustart)

Da der Standard-Kernel den eMMC-Controller beim Booten noch nicht automatisch erkennt, passe das frisch installierte System vor dem Neustart im Live-Terminal an:

In das installierte System wechseln

# Partitionen einbinden (Pfade ggf. anpassen, z. B. mmcblk1p2 / mmcblk1p1)
sudo mount /dev/mmcblk2p2 /mnt
sudo mount /dev/mmcblk2p1 /mnt/boot/efi

# System-Pfade für chroot bereitstellen
for i in /dev /dev/pts /proc /sys /run; do sudo mount -B $i /mnt$i; done

# In die Chroot-Umgebung wechseln
sudo chroot /mnt

eMMC-Module & Boot-Optionen verankern

  1. Treiber-Eintrag für Dracut anlegen (Lubuntu 26.04+):
    # In die Initramfs Modulliste eintragen
    echo 'add_drivers+=" sdhci sdhci-acpi mmc_core mmc_block "' > /etc/dracut.conf.d/emmc.conf
    
    # In die allgemeine Modulliste eintragen
    sudo sh -c 'echo -e "sdhci\nsdhci-acpi\nmmc_core\nmmc_block" >> /etc/modules'
    
    dracut --regenerate-all --force
    
  2. GRUB überprüfen:
    # Nachsehen ob die Dateien BOOTIA32.EFI, grub.efi und grubia32.efi vorhanden sind
    ls -la /boot/efi/EFI/boot/ /boot/efi/EFI/ubuntu/
    
    update-grub
    
  3. Chroot verlassen und neu starten:
    exit
    sudo umount -R /mnt
    sudo reboot
    

4. Systemstart & Troubleshooting

Grub startet nicht

Falls das System das Grub vom soeben installierten Lubuntu nicht sieht kann man im UEFI unter SECURITY ein BIOS Passwort vergeben, dann die Microsoft Schlüssel (Delete Security Keys) löschen um damit den Bootmodus auf CUSTOM zu erzwingen. Danach muss man nur noch im Menü den Pfad eMMC0 => EFI => ubuntu => grubia32.efi als sicher kennzeichnen (UEFI file as trusted for executing) und einen Namen wie Lubuntu vergeben mit [Enter] bestätigen.

Bei Landung in der Emergency Shell (Initramfs)

Falls das System beim ersten Start noch nicht durchbootet:

modprobe sdhci
modprobe sdhci-acpi
modprobe mmc_block
mkdir -p /sysroot
mount /dev/mmcblk1p2 /sysroot
exit

Partitionen auf UUIDs prüfen

Stelle nach dem ersten erfolgreichen Anmelden im Terminal sicher, dass in der Datei /etc/fstab alle Partitionen über UUIDs (ermittelbar mit sudo blkid) eingebunden sind, da sich Bezeichnungen wie /dev/mmcblk1 dynamisch ändern können.

5. WLAN & Bluetooth (RTL8723BS) einrichten

Um den Fehler -22 des alten Standard-Treibers zu umgehen und stabiles WLAN zu erhalten, wird das moderne rtw88-Modul kompiliert:

  1. Smartphone per USB-Tethering verbinden, um eine vorübergehende Internetverbindung herzustellen.

  2. Pakete installieren und Treiber aus dem Quellcode bauen:

    sudo apt update
    sudo apt install -y linux-headers-$(uname -r) build-essential git dkms
    git clone https://github.com/MocLG/rtw88-rtl8723bs.git
    cd rtw88-rtl8723bs
    sudo make dkms
    sudo make install_fw
    sudo cp rtw88.conf /etc/modprobe.d/
    
    
  3. Alte Treiber-Konfigurationen entfernen / auskommentieren (falls eine Datei /etc/modprobe.d/rtl8723bs.conf zuvor angelegt wurde).

  4. Neustarten:

    sudo reboot
    
    

Nach dem Neustart bootet Lubuntu eigenständig von der eMMC und das SDIO-WiFi funktioniert stabil über das DKMS-Modul.

LG Julian

3 Likes

@j54n1n attore - @ilmatte osservatore - Klaus: destinatario e neo-socio

Al centro l’oggetto in questione :slight_smile:

( Sportello del 5.10.26 allo spazio77 )

Ich würde die allgemeine 32-Bit-Headers installieren, die werden dann bei einem Kernelupdate auch aktualisiert, sonst wird das dkms bei einem Kernelupdate nicht funktionieren.

Der Prozessor, das Linux und der Kernel sind aber mit 64 Bit. AFAIK muss nur der Bootloader-Teil mit Grub-EFI mit 32 Bit sein. Der WiFi-Treiber wurde mit DKMS gebaut, und war nach einen Neustart als Kernel-Modul geladen, und die zuvor konfigurierte Verbindung wurde dann per NetworkManager aufgebaut (was zuvor mit dem builtin Linux-Treiber nicht funktioniert hat).

Ich habe keine Erfahrung mit Tablets, weiß, was passiert, wenn der wifi-driver an den Kernel gebunden werden muss.
Ändert sich der Kernel, funktioniert wifi nicht mehr. Normalerweise sollte beim kernelupdate mit dkms der neue wifi-driver erzeugt werden, funktioniert aber nur, wenn die richtigen Headerfiles vorhanden sind. Wenn du die linuxheader nur für den aktuellen Kernel holst, wird das Bilden des neuen Drivers für den neuen Kernel wahrscheinlich nicht klappen, wenn sich lubuntu wie debian verhält.

mit apt list "linux-header*" werden alle verfügbaren und installierten angezeigt.