Re. Jahresplanung

Hallo Pinguine,

Bezüglich LINUX-DAY bin ich der Meinung, dass die Schulen und besonders
die Informatiklehrer ganz wichtige Ansprechpartner für die Verbreitung
freier Software sind. Es mag zwar stimmen, dass an manchen Schulen auch
grundlegendes systemübergreifendes Wissen gelehrt wird. Bei meinen
Töchtern habe ich aber erlebt, dass in allen Schulfächern nur MS
Programme verwendet werden: Für schön geschriebene Aufsätze mit Bildern
aus dem Internet etc. Würde wetten, dass nicht die Hälfte der
Oberschüler überhaupt weiss was LINUX ist.

Im Jahreslauf sollte eine "Boot and afterboot Party" nicht fehlen, für
lugbz Mitglieder und solche die es werden wollen, denn es gibt auch beim
Normalanwender immer wieder genug nachzubessern (neue Treiber oder gar
bessere Distro).
Auf das fertige Jahresprogramm bin ich schon gespannt.

Grüsse
Hans

attachment.htm (1.28 KB)

Ich unterrichte Mathematik an der HOB Bozen;

Ich muß leider bestätigen, daß dort MS-Produkte verwendet werden.
Die Schüler werden auch für die ECDL-Prüfung vorbereitet, die wiederum
nur Kenntnisse von MS-Produkten abverlangt.

Für andere Schulen gibt es kaum Unterschied.

Erik Norman schrieb:

Ich unterrichte Mathematik an der HOB Bozen;

Ich muß leider bestätigen, daß dort MS-Produkte verwendet werden.
Die Schüler werden auch für die ECDL-Prüfung vorbereitet, die wiederum
nur Kenntnisse von MS-Produkten abverlangt.

Vorsicht, es gibt auch eine ECDL Prüfung, welche mit Freier Software
(OpenOffice.org und Co.) absolviert werden kann.

Denke, dass die Berufsschulen in Brixen (Tschuggmall und Mattei) diese
anbieten.

Für andere Schulen gibt es kaum Unterschied.

Soviel ich weiß ist die Unterstützung in manchen Schulen besser. Mit
Sicherheit kann ich mir eine gute Aufklärung an der GOB "Max Valier"
Bozen vorstellen.

Warum ist an bestimmten Schulen eine Aufklärung vorhanden und auf
anderen nicht?

Ich denke, weil es auf den Einsatz der Professoren ankommt.

Professoren wie Alfredo Lochmann, Karl Lunger, Jürgen Kofler, Roberto De
Colle, Helmuth Faller und die anderen setzen sich dafür ein. Daher gibt
es zum Glück auch Schulen in denen das Thema nicht einfach unterm
Linoleum gekehrt wird.

Vielleicht kannst du bei deinem Unterricht an der HOB die EduKnoppix
oder das Mathematikmodul von OpenOffice.org vorstellen.

Und eine große Bitte an alle die Lehrpläne ausarbeiten. Warum kann man
nicht von Textbearbeitung, Präsentationen und Tabellenkalkulation
sprechen. Da würde man niemanden bevorzugen und auch niemanden
diskriminieren.

Happy hacking!
Patrick

Erik Norman wrote:

Ich unterrichte Mathematik an der HOB Bozen;

Ich muß leider bestätigen, daß dort MS-Produkte verwendet werden.
Die Schüler werden auch für die ECDL-Prüfung vorbereitet, die wiederum
nur Kenntnisse von MS-Produkten abverlangt.

Für andere Schulen gibt es kaum Unterschied.

Hallo

Das stimmt fuer die Mehrheit der Lehrer und Unterrichte, nicht aber fuer
alle Schulen. Die GOBBZ verfuegt seit 8 Jahren ueber einen
X-Terminalserver, schon vorher haben Schueler auf Dual-Boot-Systemen die
ersten Schritte mit Linux gemacht. Die ersten Jahre ist man nur ueber
die X-Terminals ins Internet gekommen, da haben fast alle Schueler und
Lehrer ein Linux-Login geholt :wink: fuer die Fachrichtung Informatik war
es Teil des Unterrichts. Inzwischen setzen auch viele andere Schulen in
Suedtirol auf Freie Software. Ich wuerd schon darauf tippen, dass fast
die Haelfte der Ober- und Berufsschulen mit Freier Software arbeiten.
Ganz nebenbei, in der HOB Bozen ist die Uebungsfirma ueber mehrere Jahre
ueber einen Linuxserver gelaufen, wie es heute ist weiss ich nicht.

Happy Hacking!
Karl

Die ECDL-Unterlagen, Tests etc. sind an der HOB auf MS zugeschnitten.
Da wird sich auch kurzfristig nicht viel ändern, weil die Schüler diese
Prüfung dann für das spätere Berufsleben wahrscheinlich brauchen werden.

Die "alte Garde" der Mathematiklehrer sind Excel gewohnt und reagieren
auch ein wenig mit Naserümpfen auf meine Gespräche über Linux oder freie
Software. Sie sehen das nicht als realisierbar, als wäre freie Software
nur ausschliesslich für den absoluten Computerfreak:
"Wir verwenden Excel, weil alle das haben."

Ich könnte mich mal intensiver damit beschäftigen, und das in meinen
persönlichen Unterricht einbringen. Dann wäre es vielleicht leichter,
andere Lehrer von der Sache zu überzeugenl, wenn Ergebnisse und Daten
und Fakten vorhanden sind.

Erik

"Wir verwenden Excel, weil alle das haben."

Als Abgänger der HOB kenne ich solche Argumente ... :slight_smile:
Tja schade!

grüße
Martin

Erik Norman wrote:

"Wir verwenden Excel, weil alle das haben."

Wirklich? Die Lehrer seit das Schulamt die Lizenzen fuer sie bezahlt,
vorher haben auch 90% der Lehrer M$ kopiert. Auf den Schueler-PCs sind
wohl fast 100% der M$-Office-Installationen nicht regulaer. Die
Diskussion, dass alle M$-Office haben ist einfach falsch, weil es fast
niemand hat. Die grosse Mehrheit macht sich aber strafrechtlich
verfolgbar, weil sie das Produkt einfach kopiert. Ich beschimpfe
inzwischen meine Kollegen mit solchen Argumenten als Diebe, das wirkt
manchmal!

Ich könnte mich mal intensiver damit beschäftigen, und das in meinen
persönlichen Unterricht einbringen. Dann wäre es vielleicht leichter,
andere Lehrer von der Sache zu überzeugenl, wenn Ergebnisse und Daten
und Fakten vorhanden sind.

Freie Software wird auf allen Kontinenten schon lange im Unterricht
eingesetzt. Und weil auch unsere Provinz langsam sparen muss vielleicht
auch bald in allen Schulen Suedtirols :wink:

Noch 2 Tipps fuer den Matheunterricht:

    http://maxima.sourceforge.net/ (GPL)
    http://scilabsoft.inria.fr/ (OSS, fuer Bildungseinrichtungen aber
kostenlos, hat eine ganz eigene Lizenz, besser durchlesen)

oder eine ganze Liste

    http://fsub.schule.de/lernen/op/Mathematik.htm

Hier auf der Liste sind einige Mathe-KollegInnen anzutreffen, ihr koennt
euch ja mal austauschen

Erik Norman schrieb:

Die ECDL-Unterlagen, Tests etc. sind an der HOB auf MS zugeschnitten.
Da wird sich auch kurzfristig nicht viel ändern, weil die Schüler diese
Prüfung dann für das spätere Berufsleben wahrscheinlich brauchen werden.

Ist die ECDL also nur eine Prüfung, die Zertifiziert, dass die Schüler
eine bestimmte Anwendung benutzen können. Das bedeutet, die Schüler
lernen nicht die Konzepte sondern nur das Anklicken bestimmter Einträge
in einer Menüleiste.

Dann sollte die ECDL, wie das auch bei den anderen Microsoft Prüfungen
der Fall ist, eine Fälligkeit haben. Das ist notwendig, da sich die
Anwendungen mit der Zeit verändern und wer die Konzepte nicht gelernt
hat, muss die Prüfung erneuern. Also sollte die ECDL Versionsgebunden
oder höchstens 2-3 Jahre gültig sein.

Ich frage mich dann aber auch, ob es die richtige Vorbereitung auf die
Arbeitswelt ist.

Zweitens ist Freie Software (OpenOffice.org, FireFox, ThunderBird, ...)
auch nicht mehr der Exot, wie vor 2-3 Jahren. Viele Betriebe benutzen
mittlerweile Freie Software und selbst die Öffentliche Verwaltung setzt
auf Freier Software.

Siehe auch das Grußwort des LRs bei der SFScon2004:

http://member.lugbz.org/wiki/content/sfscon2004/GrusswortLRHansBergerSFSCon2004.pdf

Demnächst wird im Landtag der Aktionsplan eSüdtirol vorgelegt werden und
dieser zeigt ebenfalls, dass Freie Software und freie Formate
wesentliche Schwerpunkte bei der Entwicklung einer freien
Informationsgesellschaft darstellen.

Die "alte Garde" der Mathematiklehrer sind Excel gewohnt und reagieren
auch ein wenig mit Naserümpfen auf meine Gespräche über Linux oder freie
Software. Sie sehen das nicht als realisierbar, als wäre freie Software
nur ausschliesslich für den absoluten Computerfreak:
"Wir verwenden Excel, weil alle das haben."

Siehe Kommentare von Karl.

Ich könnte mich mal intensiver damit beschäftigen, und das in meinen
persönlichen Unterricht einbringen. Dann wäre es vielleicht leichter,
andere Lehrer von der Sache zu überzeugenl, wenn Ergebnisse und Daten
und Fakten vorhanden sind.

Das ist der steinige Weg, den die Community seit Anfang der 80er
beschreitet :slight_smile:

Happy hacking!
Patrick

Ich habe ja nicht gesagt daß sie recht haben :slight_smile:

Ich finde den Computerführerschein OK als Idee, ist aber viel zu
Produktbezogen...
Erik