Was tun, wenn bei einer Linux-Installtion die vorhandene Platte nicht erkannt wird?

Es passiert nicht alle Tage, dass jemand mit einem relativ neuen Laptop mit win11 zu mir kommt und Linux installiert haben möchte. Der Grund war bald klar: Sie haben bereits ein Linux-System, mindestens 15 Jahre alt aus der core2duo Serie, das flotter arbeitet als der Laptop.

Für die Ursache beim Windows habe ich eine Vermutung, aber das ist nicht Thema hier.

Wenn jemand mit einem genutzten System von Windows auf Linux umsteigen will, wird Linux auf eine neue oder gebrauchte SSD/NVME installiert, so dass ein Rückweg vorhanden ist auch ein Backup entfällt. Nach der Installation und Einführung können meist die User selbst ihre Daten von der Windowsinstallation übernehmen.
Ich wollte den Typ des Plattenspeichers ermitteln und musste feststellen, dass Linux die eingebaute Platte nicht erkennt.
Ich untersuchte die HW mit meinem Tool collect_hwinfo mit folgenden Ergebnissen:

===lsblk ======================
NAME   FSTYPE   FSVER            LABEL                         UUID                     
loop0  squashfs 4.0                                                                     
sda    iso9660  Joliet Extension FUSS 13 amd64 live base 0.9.4 2026-08-09-22-06-58-00   
├─sda1 iso9660  Joliet Extension FUSS 13 amd64 live base 0.9.4 2026-08-09-22-06-58-00   
└─sda2 vfat     FAT12                                          6A52-069F                
sdb                                                                                     
└─sdb1 exfat    1.0              COLLECT_HW                    6AEE-E978                
===blk-devices======================
NAME="loop0" RM="0" RO="1"
NAME="sda" RM="1" RO="0"
NAME="sdb" RM="1" RO="0"
===smartctl start======================
===smartctl end======================

Inxi -v8 meint dazu:

Drives:
  Local Storage: total: 261.88 GiB used: 22.2 MiB (0.0%)
  ID-1: /dev/sda maj-min: 8:0 vendor: Kingston model: DataTraveler 3.0
    size: 28.88 GiB block-size: physical: 512 B logical: 512 B type: USB
    rev: 2.1 spd: 480 Mb/s lanes: 1 mode: 2.0 tech: N/A
    serial: 001D7D06CF09B1B14943829E fw-rev: PMAP scheme: MBR
  SMART Message: Unknown USB bridge. Flash drive/Unsupported enclosure?
  ID-2: /dev/sdb maj-min: 8:16 model: General USB Flash Disk size: 233 GiB
    block-size: physical: 512 B logical: 512 B type: USB rev: 2.1 spd: 480 Mb/s
    lanes: 1 mode: 2.0 tech: SSD serial: E8D2000000000AFA fw-rev: 1100
    scheme: GPT
  SMART Message: Unknown USB bridge. Flash drive/Unsupported enclosure?
  Message: No optical or floppy data found.
Partition:
  ID-1: /media/user/COLLECT_HW raw-size: 233 GiB size: 232.99 GiB (100.00%)
    used: 22.2 MiB (0.0%) fs: exfat block-size: 512 B dev: /dev/sdb1
    maj-min: 8:17 label: COLLECT_HW uuid: 6AEE-E978
Swap:
  Alert: No swap data was found.
Unmounted:
  ID-1: /dev/sda1 maj-min: 8:1 size: 7.84 GiB fs: iso9660
  ID-2: /dev/sda2 maj-min: 8:2 size: 3.2 MiB fs: vfat label: N/A
    uuid: 6A52-069F

Die Lösung war im Bereich Raid:

Logical:
  Message: No logical block device data found.
RAID:
  Hardware-1: Intel 82801 Mobile SATA Controller [RAID mode] driver: ahci
    v: 3.0 port: 4060 bus-ID: 00:17.0 chip-ID: 8086:282a rev: N/A class-ID: 0104

Die NVME-Platte wird als HW-Raid-System erkannt und igrnoriert.
Mit dem windowseigenen hwinfo konnte ich das Modell ermitteln und Ersatz besorgen. Was mich mehr gestört hat, war, dass inxi mir nicht das Modell liefern konnte. Eine Recherche ergab, dass diese Serie nicht in den Verkauf kam, sondern direkt an die Laptophersteller geliefert wurde. Später fand ich eine Lösung um mit inxi an das Modell zukommen.

Um zur Installation zu kommen musste ich noch 2 weitere Probleme lösen

  • Im Bios den Zugriff von RAID auf AHCI umstellen, so dachte ich jedenfalls
  • Windows die Änderung im abgesicherten Modus kundtun, damit der richtige Driver geladen werden kann. Das war eher einfach, aber dauerte, weil ich vorher die Updates einspielen wollte.

Im EFI-Bios war dann keine Möglichkeit vorhanden, den Modus zu ändern. Er stand nicht änderbar auf “Optane wthout RAID”. Erst damit fand ich den Schlüssel in Form von ctrl+S Im Main-Tab, der erweiterte Einstellungen zulies.

Danach war alles ok und bereit zur Installation:

===lsblk ======================
NAME        FSTYPE   FSVER            LABEL                         UUID                    
loop0       squashfs 4.0                                                                    
sda         iso9660  Joliet Extension FUSS 13 amd64 live base 0.9.4 2026-10-14-18-41-50-00  
├─sda1      iso9660  Joliet Extension FUSS 13 amd64 live base 0.9.4 2026-10-14-18-41-50-00  
└─sda2      vfat     FAT12                                          6AA5-057D               
sdb                                                                                         
└─sdb1      exfat    1.0              COLLECT_HW                    6AEE-E978               
nvme0n1                                                                                     
├─nvme0n1p1 vfat     FAT32            ESP                           0CBA-AD31               
├─nvme0n1p2                                                                                 
├─nvme0n1p3 ntfs                      Acer                          B8B2BB6FB2BB312C        
└─nvme0n1p4 ntfs                                                    04006F8C006F8410        
===blk-devices======================
NAME="loop0" RM="0" RO="1"
NAME="sda" RM="1" RO="0"
NAME="sdb" RM="1" RO="0"
NAME="nvme0n1" RM="0" RO="0"

und inxi berichtet:

Logical:
  Message: No logical block device data found.
RAID:
  Message: No RAID data found.
Drives:
  Local Storage: total: 738.81 GiB used: 17.8 MiB (0.0%)
  ID-1: /dev/nvme0n1 maj-min: 259:0 vendor: SK Hynix model: HFM512GD3JX016N
    size: 476.94 GiB block-size: physical: 512 B logical: 512 B speed: 31.6 Gb/s
    lanes: 4 tech: SSD serial: FYABN01751140BA4Y fw-rev: 41020C20 temp: 22.9 C
    scheme: GPT
  SMART: yes health: PASSED on: 16d 0h cycles: 569
    read-units: 11,855,803 [6.07 TB] written-units: 7,492,202 [3.83 TB]

Gratuliere, wer bis hier durch gehalten hat. Mir sind viele Beschreibungen zu kurz, deshalb versuche ich sie so zu schreiben, dass sie mir geholfen hätten.